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Wettkampftips für Erstkämpfer

Von Ben | In Trainingstips | Am 8. Februar 2017

Der folgende Artikel soll in erster Linie Erstkämpfern eine Hilfe sein, sich mit mehr Sicherheit der (ersten) Wettkampfherausforderung zu stellen. Im Anbetracht dieser Zielgruppe sind die Fragen ausgewählt und beantwortet.

Vorab, um diesen Artikel einzuordnen: Ich bin ein Freund von Machern. Mit Klugscheissern kann ich wenig anfangen. Also hoffe ich, dass ich nicht als letzteres rüberkomme 🙂

Ich schreibe den Text, da ich mittlerweile fast 10 Jahre lang als Coach tätig bin und schon viele Menschen auf dem Weg zu ihrem ersten Wettkampf begleitet habe.
Unabhängig von der persönlichen Motivation zu trainieren, kann ich wirklich jeden Sportler nur ermutigen sich mindestens einmal einer Wettkampfsituation zu stellen – man kann aus dieser so unfassbar viel (über sich selbst) lernen.

Aus eigener Erfahrung kann ich auch berichten, dass es einen sehr großen Einfluss hat, wie gut man einen Erstkämpfer (mental) auf das, was passieren wird, vorbereitet. In diesem Sinne ein paar Antworten auf einige der am häufigsten gestellten Fragen:

Wie viel Gewicht sollte ich machen?

Ich empfehle wirklich jedem Erstkämpfer in seiner natürlichen Gewichtsklasse anzutreten und auf „Gewicht machen“ komplett zu verzichten. Wichtig ist, dass du dich 100% wohl fühlst und Energie für den Wettkampf hast. Bist du generell übergewichtig oder fühlst dich in deinem Körper nicht wohl? Dann solltest du das Problem nachhaltig angehen und nicht (ausschließlich) für den Wettkampftag.

Was sollte ich am Wettkampftag essen?

Als Sportler solltest du dich natürlich gesund und ausgewogen ernähren und deinen Körper in Verbindung mit deiner Ernährung kennen. An dieser Stelle möchte ich eigentlich nur dazu raten keine Experimente zu machen, sondern ausschliesslich Dinge zu dir zu nehmen von denen du weisst, dass du sie gut verträgst.
Für erfahrene Sportler spielt die richtige Ernährung eine sehr entscheidende Rolle auf dem Weg zur bestmöglichen Performance. Aus Erfahrung weiß ich leider, dass Erstkämpfer hier aber durch Experimente wie das Red Bull zum Frühstück ganz gerne mal in den Ofen schießen.

Was sollte ich während des Wettkampfes bei mir tragen?

Hier liste ich einfach mal die Dinge, die ich in einen Turnbeutel packe und mit in die Warm-up Area bzw. an die Kampfmatte nehme:

2 Flaschen Wasser / Iso Getränk
Hoodie zum Drüberziehen
Musik
Tape
Ausweis
Honig

Wie sollte ich mich warmmachen?

Halte dich am besten an Warm-up Bewegungen, die du auch in deinen wöchentlichen Trainingseinheiten nutzt. Sei dir darüber bewusst, dass du wahrscheinlich nicht besonders viel Platz zur Verfügung haben wirst. Wichtig ist, dass du einmal ins Schwitzen geraten bist. Streiche mit deiner Hand über deine Stirn – spürst du deutlich den Schweiss auf der Haut, passt dein Warm-up. So ist sicher gestellt, dass du deinen Kreislauf einmal richtig in Schwung gebracht hast und dein Körper keinen Kaltstart hinlegen muss.

Wie gehe ich damit um, wenn ich sehr aufgeregt bin?

Aufregung gehört in jedem Fall dazu und sollte dir auch nie verloren gehen. Wenn der Moment kurz vor dem Kampf kommt und du spürst, wie das Adrenalin ausgeschüttet wird, erinnere dich daran, dass du wusstest, das genau das passieren wird und versuche dich mit positiven Gedanken auf den Kampf einzustimmen. Wichtig ist, dass man nicht die Kontrolle verliert, sondern lernt die Aufregung zu kanalisieren. Der kontrollierte und kanalisierte Adrenalinschub ist für erfahrene Wettkämpfer schließlich der „Super-Boost“, der den Wettkampfmodus einschaltet.

Wie sollte ich meinen Gameplan aufbauen?

Im Wettkampf ist es Zeit für dein A-Game. Das heisst du solltest von Anfang bis Ende super konsequent deine stärkste Position suchen und aus dieser kämpfen.
Läuft etwas nicht nach Plan, solltest du eine Position verlieren oder in Rückstand geraten: das gehört selbstverständlich zum Kämpfen dazu – Pokerface und für keine Sekunde aufhören zu kämpfen.

Auf was soll ich mich gefasst machen?

Die Intensität des Wettkampfs ist im Training kaum herzustellen. Es ist wirklich wichtig, dass du von der ersten Sekunde an hart kämpfst. Kontrollierte Aggressivität ist das was du im Wettkampf brauchst. Sei nicht unkontrolliert, oder emotional, aber wenn du eine Aktion machst, machst du diese zu 100%. Und Atmen nicht vergessen 😉

Was ist wichtig wenn mein Trainer mich während des Kampfes coacht?

Das wichtigste im Kampf ist, dass du zu keinem Zeitpunkt aufhörst zu kämpfen und dich durch nichts aus dem Konzept bringen lässt. Das Coaching durch einen erfahrenen Trainer oder Wettkämpfer kann ein sehr großer Vorteil im Kampf sein. Daher solltest du natürlich versuchen das an dich gerichtete Coaching zu hören, verstehen und umzusetzen. Solltest du akustisch oder inhaltlich nicht verstehen was dein Trainer auf die Matte ruft oder solltest du es im entsprechenden Moment nicht fühlen, dann gehe darüber hinweg, aber höre niemals auf zu kämpfen! Wichtig ist auch, dass du niemals zu deinem Trainer aufschaust, sondern mit all deinen Sinnen auf der Matte und bei deinem Gegner bleibst.

Wer kümmert sich um alles am Kampftag?

Im Idealfall hast du natürlich ein gutes Team und einen Trainer, der dich unterstützt und dir hilft dich zu organisieren. Letztlich gilt am Wettkampftag, wie in allen (für dich) wichtigen Situationen im Leben: jeder ist seines Glückes Schmied: Du musst dich selbst organisieren, genau so wie du am Ende selbst auf die Matte gehen und abliefern musst.

The Big Picture

Einen Kampf für sich zu entscheiden ist ein großartiges Gefühl. Und genau dafür stellen wir uns der Herausforderung – keiner kommt zum Verlieren. Letztlich gilt aber, insbesondere für den ersten Wettkampf: Du stellst dich zu allererst dir selbst. Egal wie der Kampf selbst ausgeht, sei stolz auf dich und lerne aus diesem intensiven Erlebnis. Ich habe den größten Respekt vor jedem, der kämpft. Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft…

Ich freue mich auf Feedback, Ideen, Ergänzungen etc.

Oss

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